Burnout, Angst & Depression bei Landwirten

Die erste und einzige Untersuchung zur aktuellen Lage, 
den Belastungsfaktoren
 und Zusammenhängen mit betrieblichen Faktoren

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Quellen und Autoren

Studienautorin: Maria Roth

Veröffentlichung: 2021

Analyse & Ausarbeitung: Franziska Aumer

Über Maria Roth M.Sc.

Die Psychologin (M. Sc.) Maria Roth schrieb die erste Erhebung dieser Art für den gesamten deutschsprachigen Raum. Während das Phänomen der erhöhten psychischen Erkrankungen im bäuerlichen Berufsstand bereits seit langem international Beachtung findet, fehlte dies bisher gänzlich in Deutschland und Österreich.

Depression, Burnout und Angst. 
Bis hin zum Suizid.

Diese Themen sind für kaum einen Landwirt neu, viele haben damit bereits Erfahrungen gesammelt – entweder persönlich oder im Umfeld. Das zeigt wie schwerwiegende, psychische Probleme bereits in der Mitte des Berufsstands angekommen sind. 
Trotzdem wird  selten offen darüber  gesprochen.










Das hat sich 2021 geändert. 
Durch das Engagement einer motivierten Landwirtstochter existiert nun eine belastbare Studie zu diesem Thema mit dem Titel „Prävalenz und Prädiktoren von Burnout, Depression und Angst bei Landwirten und Landwirtinnen in Deutschland und Österreich“. Die Psychologin (M. Sc.) Maria Roth schrieb die erste Erhebung dieser Art für den gesamten deutschsprachigen Raum. Während das Phänomen der erhöhten psychischen Erkrankungen im bäuerlichen Berufsstand bereits seit langem international Beachtung findet, fehlte dies bisher gänzlich in Deutschland und Österreich.

Es ist gängige Praxis die Probleme klein zu reden. Man möchte nicht „schwach“ wirken. Nicht selten stellt sich die Frage, ob man allein mit all den Sorgen und Problemen ist. Lange konnte man darüber nur mutmaßen und hatte nichts Verlässliches zur Hand.

Landwirte im Vergleich zur 
deutschen und 
europäischen Allgemeinbevölkerung

46% der Landwirte gelten als psychische krank. 
Das ist eine erschreckend große Zahl, doch wie lässt sich diese einordnen? Betrachtet man die Prävalenz, sprich gesamte Anzahl der Krankheitsfälle der Bevölkerung während eines Zeitpunkts bzw. Zeitraums, so lässt sich erkennen das das die Landwirte auch im deutschen bzw. europäischen Vergleich deutlich erhöhte Werte vorweisen.

Prävalenz. 

Top 4 Belastungsfaktoren

69%

Agrarpolitik / Richtlinien

44,5%

Komplexe Bürokratie & hohe Auflagen

30,7 %

Darstellung in den Medien

30,2 %

Finanzielle Schwierigkeiten

Es ist deutlich zu erkennen, dass Landwirte als Berufsgruppe signifikant gefährdeter sind als die Allgemeinbevölkerung. Doch wie sieht es im Detail betrachtet aus? Im nebenstehenden Diagramm sieht man deutlich, wie es um den Berufsstand steht. Je nach Krankheitsbild sind nur 50,7% (Depression) bis 36,5% (Angst) der Landwirte nicht betroffen. Bei Burnout konnte keine Aussage über die „grenzwertigen“ Fälle getroffen werden, da die Erfassungsmethode (CBI) nur in betroffen oder nicht betroffen unterscheidet. 

Insgesamt erfüllen 45.7% der Landwirte die Kriterien für die 
Diagn​osestellung mindestens 
einer psychischen Störung“
[S.43,85]

Unter Uns

Eine Krankheit kommt selten allein

.

Die Psychologin hat zudem untersucht, ob es Überschneidungen der unterschiedlichen Krankheitsbilder gibt. Unimorbid bedeutet, dass die Kriterien für eine Störung erfüllt sind. Komorbid bezeichnet eine Erkrankung an mindestens zwei Ausprägungen.

Warum ist das interessant?

Betrachtet man die Krankheitsbilder getrennt voneinander, sind die Ergebnisse bereits alarmierend. Aber die Krankheitsbilder kombinieren sich in vielen Fällen, vor allem wenn man die Themen Depression, Angst und Burnout betrachtet. Um nun ein umfassendes Bild des psychischen Zustands unserer Landwirt*innen zu erhalten müssen auch die Überlappungen betrachtet werden.

25,9% 

Bei 25.9% der erkrankten Landwirte in der vorliegenden Stichprobe liegt eine Überlappung vor.

.

Sie sind komorbide und somit von zwei bzw. drei Störungen betroffen. [S.44] 

Wenn man alle erkrankten bzw. „auffälligen“ Landwirte betrachtet (grenzwertige Fälle nicht miteingeschlossen), dann sind 19,9% „nur“ an einer Ausprägung erkrankt, 14,5% an zwei (komorbid), 11,4% an sogar 3. Insgesamt sind 25,9% von 2-3 Störungsbilder gleichzeitig betroffen.

Hilfe finden

Es gibt viele Gründe, wieso ich gerade die Studie von M. Roth aufgegriffen habe. Einer davon ist, meinen Berufskollegen zu zeigen, dass Sie nicht alleine in Ihrer Not sind. 

Burnout, Depression, Panik und Angstattacken: Sie treffen fast jeden Mal in der landwirtschaftlichen Laufbahn. 
Es zeigt von Stärke in solchen Momenten das Gespräch zu suchen und Hilfe anzunehmen.

Du fühlst dich angesprochen? Schau mal auf den folgenden Seiten vorbei. 
Du fühlst dich angesprochen aber denkst "soweit ist es noch nicht?". Dann möchte ich dir aus eigener Erfahrung auf dem Weg geben: Es gibt kein zu früh - aber es gibt ein zu spät.

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